Sonntag, 18. Februar 2007

Weichende Nebel

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mal angefangen, ein Buch zu schreiben Aktueller Arbeitstitel lautet: Weichende Nebel. Es sind zwar bisher erst 17 Seiten geworden und z.Zt. bin ich wohl nicht gerade von der Muße geküsst... Wie dem auch sei, hier nun das erste Kapitel zum "Buch":

1

Jack blickte aus dem Fenster. Die Wälder hier in British Columbia fingen an, sich in ihr buntes Herbstkleid zu hüllen, ein wahrhaft schöner Anblick. Er sah das Boot am Steg liegen, die Vögel am Horizont vorbeiziehen. Die Sonne würde bald untergehen. Der Bridge Lake war so ruhig, dass man sich hätte spiegeln können - ein Zeichen dafür, dass die Winde drehen.

Als er mit den Augen über sein Grundstück schweifte, war er zufrieden. Er hatte alles erreicht, was er sich erträumt hatte, sogar mehr als das. Und doch kam ihm immer wieder diese eine Frage: Wer war er eigentlich? In diesen Momenten ließ ihn das nicht los. Seine Frau war fort, um die Enkelkinder zu sehen. Er blieb zurück, um Arbeiten zu erledigen. Das Haus musste auf den Winter vorbereitet werden, Holz war zu hacken. Doch Jack mochte diese Arbeiten. Es bereitete ihm Freude, etwas Nützliches zu machen. Er war sogar wie jedes Mal früher fertig und fand Zeit, nach dem roten Buch zu greifen, das unscheinbar im Regal stand.

Er betrachtete es eine Weile lang in Gedanken. Es stand kein Titel auf dem Buchrücken und viele Seiten waren leer. Jack blätterte zum Anfang zurück. Er hatte nicht immer ’Jack’ geheißen. Wenn er Zeit hatte, schrieb er hier seine Lebensgeschichte auf, immer stückweise. Doch er war gestern fertig geworden, Zeit, einmal zurückzublicken. Zeit, sein Leben Revue passieren zu lassen. Jack wollte sich erinnern: Wie alles anfing, wie sich alles entwickelte, wie es die heutige Wendung genommen hatte. Also legte er ein paar Scheite Holz nach und setzte sich in seinen Sessel. Die wohlige Wärme, die der Kamin ausstrahlte, das Prasseln des Feuers, ein guter Moment dafür, sein eigenes Leben zu lesen.



Wer die ganzen 17 Seiten lesen möchte, für den ist hier der Download-Link. Denjenigen viel Spaß dabei!

In diesem Sinne...
Euer Jan

Freitag, 16. Februar 2007

"Die Bahn kommt...

... und bringt mich immer weiter weg von Dir... Was mach ich hier?..."

Wer hat sich das nicht schonmal gedacht, als er mit der glorreichen Deutschen Bahn unterwegs war? Ich für meinen Teil schon. Und ganz besonders den letzten Satz...

Fangen wir mal bei den Zugbegleitern an. Wie wir ja alle wissen, ist das Bahnpersonal immer freundlich und zuvorkommend. Ab und an jedoch wirkt es leicht gereizt. Aber das passiert ja nur in besonderen Fällen. Auffällig, dass sich diese Fälle immer weiter häufen... Ob es daran liegt, dass sie durch ihre Popularität immer mehr Druck bei den Proben haben?
Proben? Ja! Richtig gehört! Die Bahn probt. Für ihre komödiantischen Auftritte, versteht sich. Das alles erfährt man aber nur, wenn man ganz genau hinhört...

So vernimmt man immer häufiger Durchsagen wie "Der ICE 5990 verspätet sich um 5-10 Minuten wegen Verzögerung im Betriebsablauf." an Bahnsteigen. Nun gut, hört sich ja toll an, ist aber so nichtssagend wie ein Sack Kartoffeln auf Wanderschaft. Wer jedoch die Fassade durchschaut, erkennt darin den dezenten Witz, mit denen die Ansagerin die Wartenden aufmuntern will, ohne jedoch den wahren Grund zu verraten. Vielleicht war der Zugführer ja mal nur schnell auf Toilette...

Aber auch die Aussagen an in den Zügen selbst sind nicht zu verachten. "Die Ankunft des Zuges in Ludwigslust verspätet sich um wenige Minuten. Grund für die Verzögerung sind Baustellen wegen Gleisarbeiten. Folgende Anschlusszüge werden nicht erreicht: [...]." Schön... wenn sie jetzt noch "Grund [...] sind überraschende Baustellen wegen Gleisarbeiten." gesagt hätten, käme man sich vor wie in einem Sketch. Und hätte vollends die Gewissheit, dass selbst die Bahn die gleichen Probleme hat wie stinknormale Autofahrer. Wenn diese große deutsche Dienstleistungsgesellschaft für Öffentliche Verkehrsmittel im Schienenverkehr ihre eigenen Baustellen nicht in den Fahrplan miteinberechnet... Nicht glauben! Alles nur eine sauber inszenierte Pointe!
Schlapp gelacht hab ich mich über den Witz mit den "wenigen Minuten", als ich auf meine Uhr geschaut hab: Es waren 54 Minuten. Da soll noch einer Sagen, die Bahn habe keinen Humor!

Nur an der deutschen Sprache tut sie sich noch schwer, die Bahn. "Wir bitten um Ihr Verständnis." - Also um Verzeihung dürft Ihr mich bitten, um Geld, ein Glas Zucker oder eine Wolldecke... Aber wie soll denn das mit Verständnis gehen? Vielleicht sollte man den Bahnangestellten das Buch "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" ans Herz legen. Aber bei deren Stress haben sie bestimmt wenig Zeit zum Lesen... Sie müssen ja schließlich ihr Drehbuch einwandfrei beherrschen.

So viel Spaß einem das Bahnpersonal im Zug bereitet, so herausfordernd können die Mitarbeiter am Boden sein. Mit ihrer geschauspielerten schlechten Laune, ihrer meisterhaft beherrschten genervten Fassade und ihrem teils sogar überzeugenden Auftreten, dass genau sie, die armen Bahnangestellten, es sind, denen Unrecht zuteil wird, verlangen sie viel von jedem Fahrgast ab. Nur, wer sich nicht geschlagen gibt, bekommt ein Ticket. Ganz klar: Die Bahnfahrt ist nur für die elitären Mitmenschen unter uns.
Manch einer mag denken, dass einem vom Personal nur Unwissenheit oder sogar Desinteresse hierbei entgegenschlägt. Weit gefehlt! Jeder weiß doch, dass selbst Bienenschwärme perfekt koordiniert sind. Und der Mensch ist ja bekanntlich die Spitze der Evolution. Wie also soll es vorkommen, dass die Deutsche Bahn in Kiel nicht weiß, was in Hamburg los ist? Völlig unmöglich in der heutigen Zeit. Alles nur Theater! Das leidige Verweisen auf andere Angestellte, die wiederum auf andere verweisen: Ein Showspektakel sondergleichen!

Also, wenn Ihr das nächste Mal mit der Bahn unterwegs seid, Euer Zug ausfällt und dadurch Eure Reservierung ungültig wird, genießt es! Wie schön ist es doch, in der bestbesetzten Comedy-Show Deutschlands zu sitzen. Danke, Deutsche Bahn! Wir bitten um Ihr Verständnis.

In diesem Sinne...
Euer Jan

Montag, 12. Februar 2007

Eröffnung

So. Bin jetzt auf die grandiose Idee gekommen, einen Blog zu machen.... Ja, ich weiß, macht zum Glück ja auch kein anderer außer mir... Naja, wenn man halt ein wenig zu viel Zeit hat, kommt man auf solchen Nonsens.
Genauso wie ich jetzt. Also eröffne ich mit diesem Beitrag meinen Blog und hoffe, dass noch weitere folgen werden, die aus meinem kreativen Hirn noch (hoffentlich) sprudeln werden.

In diesem Sinne...
Euer Jan