Dienstag, 18. September 2007

Wenn einer eine Reise tut...

Auf dem Rückweg von Leipzig bin ich mit dem Zug nach Magdeburg gefahren.
Platz mit Blick in Fahrtrichtung, nicht an der zu warmen Sonnenseite, um mich herum nur wenige Reisende, keine kreischenden Kinder oder laut diskutierenden Geschäftsmänner, sondern nur friedliebende Menschen wie du und ich.
Entspannte Fahrt gewesen also, bis…

Ja, bis in Zerbst, eine halbe Stunde vor Magdeburg, ein ganzes Rudel Fußballfans den Zug regelrecht gestürmt hat.
Plötzlich um mich herum alles weiß-blau, Biergeruch, Zigarettenqualm und grölende Möchtegern-Hooligans. Gut, zugegeben, einige waren wohl mehr Hooligan, als mir lieb war.
Da schlotterten mir schon die Knie…
Gott sei Dank war ich nicht allein umzingelt, sondern vor mir saß noch ein rechtschaffener Bürger. Dann war ja alles OK, bis…

Ja, bis er dann auch noch sein Fußball-Fan-T-Shirt rausgekramt hat.
Das erste, was mir durch den Kopf schoss: Verdammt, er wird doch nicht so lebensmüde sein und inmitten dieser schlagkräftigen Jungens sein T-Shirt rausholen – das von der gegnerischen Mannschaft nämlich. Das hätte er nicht überlebt.
Aber so verkehrt im Kopf wäre er wohl nicht gewesen und es stellte sich dann auch raus, dass es ein Magdeburg-Trikot war.
Puh, also doch noch mal der Schlägerei entgangen, bis…

Nee, keine Angst, ich bin dann sicher in Magdeburg angekommen und Bus fahren bis nach Hause war dann kein Problem mehr :o)!

Freitag, 7. September 2007

I'm on a highway...

Oder: Auf dem Weg in die eigenen vier Wände - Der erste große Schritt eines Studenten

Das stand für mich letzten Montag auf dem Programm... 600km nach Dresden, um meine Wohnung zu übernehmen. Also um 2 Uhr nachts aufstehen, duschen, frühstücken und um ca. 3 Uhr ging's raus auf den deutschen Highway...

Mit guter Musik von CCR & Konsorten fuhren also mein Vater und ich los - mit Fahrerwechsel, damit keiner allzu müde wird, versteht sich. Schließlich sollte ja noch einiges geschafft werden in den nächsten 2 Tagen. Ab Berliner Ring durfte ich dann übernehmen und insgesamt war es ein ziemlich entspanntes Fahren. Nur die Wetterverhältnisse hätten besser sein können.

Dennoch erreichten wir 8.30 Uhr das Studentenwerk, eine halbe Stunde vor Beginn der Sprechstunde. Nach kurzer Wartezeit also rein, als 2ter drangekommen, Mietvertrag unterschrieben und ab zum Hausmeister.
Dieser war aber nicht so leicht zu finden, wie das Wohnheim selbst... Also zur Wundtstr. 1. Nur ein verwirrter angehender Student, der auch den Hausmeister sucht, und irgendein Zivi dort. Letzterer schickt uns zur 5. Der Student kommt mit uns. Dort hin, keiner da. Durch die geschlossene Tür hallt es "Hinten rum!". Gesagt, getan. Bauleitung, kein Hausmeister. "Ja, der is' unterwegs, warten Sie einfach in der 1."
Nun gut, also wieder mit dem verwirrten Kommilitonen zurück zur 1. Wir warten im stillen, dunklen Gang auf die Schritte des Hausmeisters...
Und es kommen sogar Schritte näher: Ein weiterer Student in spe. Es folgt eine halbe Stunde des Wartens, in denen sich über die Studiengänge ausgetauscht wird. Einer studiert Informatik, der andere Bio-Verfahrenstechnik. Für die beiden muss ich mit Diplomphysik UND der Tatsache, dass ich ein ehemaliger Offizierschüler bin, wohl wie ein Bekloppter gewirkt haben... Nun ja...
Endlich, der Hausmeister erscheint und leitet uns alle in die Wundtstraße 9, wo unserer Zimmer auf uns warten. Für mich hieß es dann in der 4ten Etage aussteigen und Wohnung übernehmen, während die anderen noch warten mussten, bis sie ihre Wohnungen in Stockwerk 6 und 8 in Besitz nehmen durften.
Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor... Eine leere Wohnung mit Kochzeile und Bad. Sieht erstmal - gelinde gesagt - scheiße aus. Also das Auto ausräumen...

Halt! Rückblende! Wie is' mein ganzer Krempel in ein Auto von durchschnittlicher Größe gekommen?
Antwort: Sehr, sehr, mühsam. Das Zusammensuchen der Sachen, die man in so einer Wohnung braucht, ist schon recht zeitaufwendig. Aber ein Auto so packen, dass auch alles reinpasst... Ende vom Lied war, dass die Scheinwerfer runtergestellt werden mussten, man den Kofferraum vor Erreichen des Ziels nicht aufmachen durfte und der Innenspiegel nicht brauchbar war. Aber es lief ja alles glatt. *hust*

So. Also all die Sachen wieder ausgepackt. Auch mit Fahrstuhl ist das ganz schön schweißtreibend und nervig. Aber irgendwann war es dann geschafft. Jetzt konnte es daran gehen, die Möbel zu kaufen.

Um Schleichwerbung zu vermeiden, sag ich nur, dass es ca. 10km Richtung Südwesten ging. Dort dann einen Transporter gemietet und gekauft, was gebraucht wird. Über den Preis möchte ich nicht reden. Nur soviel: Es war recht teuer. Aber dafür war's ja auch gespart. Haben auch alles bis auf ein Bücherregal bekommen. Noch kurz die wichtigsten Elektrogeräte, die ich nicht bereits von zu Hause mitnehmen konnte, gekauft und sich um Verpflegung gekümmert. Ab "nach Hause".

Noch sieht es nämlich gar nicht danach aus, also ran ans Aufbauen. Mittlerweile haben wir es ja auch schon 17 Uhr...
Bis 23 Uhr durchgeschuftet, Kleiderschrank, Bett, Lampe, Badregal und Schreibtisch aufgebaut. Esstisch, Stühle und Selbsthänger-Sessel waren bereits montiert aus der Ausstellung mitgenommen. Blieben also noch Couchtisch und Nachttisch zu bauen, der Boden zu wischen und die Teppiche zu verlegen. Aber davor erstmal schlafen...

8.30 aufstehen und duschen. *gähn* Erstmal frühstücken... Also ab in die Altmarktgalerie und gleich ein paar Sachen für die Heimat kaufen. Und noch nen Gymnastik-Sitzball gefunden. Wunderbar!
Zurück in die Wohnung. Mein Vater baut den restlichen Kleinkram auf, während ich nochmal zur Bank muss und ein Bücherregal kaufen fahre.

Wo ist die nächste Volksbank? Neustadt. Hmm... also dort hin, und gleich in den Elbepark. Da findet sich bestimmt ein Bücherregal.
Ging auch alles recht fix, nur die Schlepperei des Regals forderte die ohnehin angeschlagenen Reserven. Also husch, husch, kurz und schmerzlos. Um 13 Uhr angekommen, alles aufgebaut und sauber gemacht. Um ca. 16 Uhr konnten wir die neue Wohnung stolz verlassen. Eine wirklich schöne Studentenbude wird das.

Danach stand nur noch die Heimfahrt an. Sehr entspannt, nur halt zeittötend, aber was soll's. Um 21 Uhr waren wir daheim und jetzt kann ich es nicht mehr abwarten, am 15ten ganz runter zu ziehen!

In diesem Sinne...
Euer Jan

Samstag, 1. September 2007

Kennt ihr dieses Gefühl?

Eigentlich fängt der Tag ganz gut an: Beim Aufstehen lacht euch die Sonne ins Gesicht, die Ziegen wollen beim Melken ausnahmsweise mal so wie ihr (gut, das kennt ihr wohl eher weniger…), da gibt es etwas, worauf ihr euch freut wie ein Keks…
Ein normaler, herrlicher Tag eben.

Und dann plötzlich kommt es. Niemand weiß woher und warum, am allerwenigsten ihr selbst, aber es ist da: Irgendetwas wirft seinen Schatten auf den tollen Tag, der so schön angefangen hat, etwas betrübt euch, die gute Laune ist dahin.
Es kann nur eine Bemerkung von jemandem gewesen sein, ein kleines Missverständnis, eine blöde Sache, die euch wieder eingefallen ist, z.B. etwas Unangenehmes, das noch erledigt werden muss. Eben irgendeine Kleinigkeit, die aber große Auswirkungen hat.
Plötzlich ist man unzufrieden, sagt Dinge zu Leuten, die man gar nicht sagen wollte oder die man ganz anders meint; man grummelt jeden nur an und Bemerkungen, die dann von den Leuten zurückkommen, seien sie noch so aufmunternd gemeint, machen die ganze Sache nur noch schlimmer. Dinge, über die man sich sonst gefreut hätte, deprimieren dann noch zusätzlich und es geht immer weiter bergab mit dem Tag.

Aber ich sag euch was: Man kann dagegen auch etwas tun! Unglaublich (besonders, wenn man sich in der geschilderten Situation befindet), aber wahr! Und vor allen Dingen: Von mir selbst ausgetestet :o)

Als erstes: Musik! Musik hilft immer und überall, man muss nur die richtigen Lieder hören! Also weg mit dem Schnulzen-Kuschel-Kram, her mit den schwungvollen Stücken und die Tanzbeine ausgekramt. Einmal durch das ganze Haus gerockt und wieder zurück und ihr sollt sehen, es geht gleich viel besser!

Zweitens: Was zu Essen, als Energiereservoir für die gute Laune! Aber jetzt nicht so’n Depri-Schoki-In-Sich-Rein-Gestopfe, sondern was Anspruchsvolles: Eierkuchen mit Nutella (bei mir hilft das immer)! Beim Kochen lassen wir die Musik natürlich weiterlaufen, die Beine können auch noch ein bisschen umherwackeln, aber Vorsicht, dass wir die Pfanne nicht umkicken, ne?

So, und das ist eigentlich schon das Wichtigste. Ein paar Kleinigkeiten können das ganze noch abrunden:
Man könnt ja mal die Mails checken, vielleicht hat jemand ja was Liebes geschrieben (Allerdings sollte man nicht zu große Erwartungen haben, denn wenn nachher nicht eine einzige Mail im Postfach ist, kann das wieder ganz schön deprimieren… Also lassen wir das lieber doch!)
Putzen soll auch helfen, hab ich gehört. Um auf andere Gedanken zu kommen. Ich hab’s ausprobiert, aber ich sag euch: Wenn ihr vorher schon zwei Tage lang geputzt habt, bringt’s das dann auch nicht mehr.

Das soll’s aus meinem Repertoire gewesen sein, wer noch andere Vorschläge hat, ist hiermit herzlich eingeladen, sie zum Besten zu geben!
Und ich werde den Tag, der so schön angefangen hat, dann nur noch wie eine Achterbahn bergab, aber zum Glück auch wieder bergauf ging, irgendwie schön ausklingen lassen :o)!