Donnerstag, 23. August 2007

Das Problem, für sich allein zu kochen

Ein ganzes Jahr lang immer für zwei Leute gekocht - wenn ich denn mal gekocht hab - und nu plötzlich ist meine Mitbewohnerin weg und ich steh vor der großen Aufgabe, für mich allein zu kochen.

Geh ich also und schau, was wir im Garten haben. Hui, so viele Tomaten, die müssen verarbeitet werden, also entscheide ich mich für Nudeln mit Tomatensauce. Auf dem Weg zurück ins Haus sehe ich dann noch die Paprikapflanzen. Ach, da sind grad zwei so schön groß und lachen mich an. Die kann ich auch noch in die Soße tun, also rasch noch mitgenommen, obwohl ich den Arm schon voller Tomaten hab.

In der Küche angekommen, setz ich gleich die Nudeln auf. „Kristin, denk dran, du bist allein“, denk ich so bei mir und schütte nicht die ganze Tüte Nudeln ins kochende Wasser. Nun ist der Rest, der in der Tüte bleibt aber so wenig, dass ich das jetzt auch nicht drin lassen will, weil es nicht mal eine Portion ergibt. Also doch noch schnell reingeschüttet. Hat ja keiner gesehen…

Dann fällt mir ein, dass ja vom letzten Barbecue noch ein paar Würstchen übrig sind. Die sollte ich verwerten bevor sie schlecht werden, also Kühlschrank auf, Würstchen raus, Kühlschrank wieder zu… Kühlschrank schnell noch mal auf und nachgeschaut: Da ist ja auch noch die angefangene Dose Mais von neulich. „WOW, das würde sich auch gut in meiner Soße tun!“, denk ich mir, „und bevor der schlecht wird…“

So landen also nach und nach immer mehr und mehr Dinge in meinem Tomaten-Soßentopf… und die Tomaten sind noch nicht mal drin.

Also waschen und schnippeln und rein damit. Natürlich nicht alle, denn grad kam mir wieder in den Sinn: „Wer soll das denn alles essen, Kristin? Du bist allein! Denk dran!“

Schnell nachgeschaut, was die Nudeln so machen. Ja, kochen friedlich vor sich hin, also können wir uns ja wieder dem Soßentopf zuwenden. „Mmh, das sieht aber nach ganz schön wenig Soße für die Nudeln aus. Und so wenige Tomaten im Vergleich zu dem Rest, der da so rum schwimmt. Es sollte doch eigentlich eine Tomatensoße werden!“

Erstaunlich, wie schnell der davor gehegte Gedanke wieder verflogen ist, denn schon landet der Rest der Tomaten auch noch im Topf.

So, und dann heißt es erstmal nur noch Warten, bis alles fertig ist. Irgendwann ist dann auch der Moment erreicht und ich fülle mir den Teller. „Naja, so viele Nudeln sind das ja nun auch wieder nicht“, und ich hau sie mir alle auf den Teller. Dann natürlich ordentlich Soße darauf, damit jede Nudel was abbekommt. Bemüht darum, dass mir auch keine Nudel vom Teller fällt, geh ich nach draußen, setz mich in die Sonne und esse.

„Gut, vielleicht ist die Portion doch ein bisschen groß für mich… wir werden sehen, Appetit kommt ja bekanntlich beim Essen!“

Und in dem Sinne esse ich und esse und esse. Auf halber Strecke will ich aufgeben, aber dann denk ich: „Mensch, jetzt hast du dir so viel Mühe gegeben und so lange vor dem Herd gestanden. Das kannst du doch jetzt nicht den Katzen geben!“ Also weiter gegessen. Und ich sag euch, normalerweise verdrück ich auch alles, es hat ja auch sehr gut geschmeckt, aber heut war’s echt zuviel.

Und als ich so dasaß, zurückgelehnt, die Hände über dem Bauch verschränkt und die Reste auf meinem Teller betrachtend, dachte ich bei mir: „Das wäre jetzt eine perfekte 1-Personen-Portion!“

3 Kommentare:

Kristin hat gesagt…

So, und wo bleiben jetzt die Kommentare?

Jan Krauße hat gesagt…

Hab doch schon bei ICQ gesagt, dass es gut is. Aber wenn Du drauf bestehst, schreib ich auch hier nochmal rein. Sehr lustiger Artikel. Hoffentlich folgen noch andere dieser Art. ;)

Kristin hat gesagt…

Danke! :o)